Kleiner Wettbewerb:

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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon ElisabethvanLangen » Di 31. Jul 2012, 11:49

Hallo Stefanie,

da hüpft mein Herz und ich werde diese Herausforderung annehmen. Ich habe mir zunächst die Inspiration meiner Jugend vorgenommen und werde diese alsbald hier einstellen. Sie hat an meinem eigenen Werdegang (wahrscheinlich) im Unterbewusstsein kräftig beigetragen.Welche Autorin es ist ? Surprise ;-)

GlG

Elisabeth
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon Stef Jerz » Di 31. Jul 2012, 12:33

Ich freu mich drauf!
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon ElisabethvanLangen » Di 31. Jul 2012, 20:22

Hier möchte ich euch einmal die Frau näher bringen, die mein Leben beeinflusst hat. Ich hoffe es stört nicht, wenn ich meine "Paralelen" mit hineinbringe.
Gegebenenfalls kann ich es auch überarbeiten.
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Meine Inspiration „Natalie Clifford Barney“

Natalie Clifford Barney wurde am 31.10.1876 in Dayton, USA geboren und verstarb am 24.4.1972 in Paris. Damals war ich gerade 10 Jahre alt und eigentlich mehr mit Büchern von Astrid Lindgren oder Enid Blyton beschäftigt. Es sollte darum auch noch einige Jahre dauern, bis ich auf ihr Leben
und Wirken aufmerksam wurde. Dafür aber um so heftiger.

Im Jahre 1898 kam sie, die finanziell vollkommen unabhängig war, nach Paris und gründetet dort in der Rue Jacob ihren literarischen Salon. Viele Selbstdarsteller ihrer Zeit nutzten diesen Salon als Sprungbrett für ihre eigene Karriere.
Mich faszinierte diese Idee der Salons dieser Boheme Gesellschaft sehr und manchmal träumte ich mich dort hin. Unter all diesen Künstlerinnen und auch Künstlern dieser Zeit, da hätte es sich sicher gut leben und lieben lassen. Ich wurde allerdings erst viele Jahre später geboren und brachte es nie zur Millionenerbin, so wie Natalie eine war.

Bedeutende Frauen ihrer Zeit, wie Gertrude Stein, Mata Hari und Gabrielle Sidonie, die besser bekannt war als Colette, kreuzten ihren Weg. Colette, eine meiner weiteren Inspirationen lebte sogar einige Zeit im Hause von Natalie Clifford Barney und hatte eine kurze Affäre mit ihr. Aus dieser Liaison wurde eine Freundschaft bis zu Colettes Tod.
Einige von Natalie Barneys Werken wurden glücklicherweise auch ins Deutsche übersetzt. So findet man hier u.a. „Indiskrete Erinnerungen“ und „Meine Geliebte“. Die meisten ihrer Bücher und Manuskripte sind aber in französischer und englischer Sprache erschienen.

Natalies Salon bestand bis zu meiner Einschulung im Jahre 1968. Er diente der Förderung des literarischen Gesprächs und einige Theaterprojekte dieser Zeitepoche wurden dort auch besprochen. Daneben gab es aber auch Platz für Amusement, so wurden dort kleine Theaterstücke inszeniert und aufgeführt, etwas was ich heutzutage ebenfalls nachempfinde und auslebe.

Ich kam einige Jahre später das erste Mal mit ihren Werken und vor allem einer Autobiographie über sie in Berührung. Im „Porträt einer Verführerin“ von Jean Chalon lernte ich sehr viel über ihre Art zu leben und zu lieben kennen. Mich faszinierte ihre offene Art, ihre unverhohlen lesbische Lebensweise und ihr Salon übte einen enormen Reiz auf mich aus. Der Autor dieser Biographie Jean Chalon darf sich rühmen, einer der wenigen Männer gewesen zu sein, denen Natalie Clifford Barney Einblicke in ihr Leben gab.
Für mich war nach dem lesen der Biographie klar, so hätte ich auch gerne gelebt und da ich schon früh gerne geschrieben habe, versuchte ich mich immer mal wieder an kleineren Werken. So pflasterten Gedichte und Kurzgeschichten auch meinen Weg, bis ich mich 2011 ebenfalls
an die Realisierung eines Salons begab. Zwar lange nicht so mondän wie zu Natalies Zeiten und auch nur für geladene Gäste und Gästinnen geöffnet, dafür aber genauso auf Literatur und Kunst ausgerichtet, wie sie es in ihrer Zeit betrieben hat. Auch ihre Art zu lieben erschien mir erstrebenswert. Allerdings begriff ich auch dies lange Jahre nicht.
So war Natalie mit ihren langen, blonden Haaren und tiefblauen Augen die Verführerin schlechthin. Die Frauenwelt lag ihr zu Füssen und doch musste jede Frau, die sich mit ihr einließ es akzeptieren, nicht die Einzige zu sein. Sie liebte Mehrfachbeziehungen und machte daraus genauso wenig einen Hehl, wie ihr offen lesbisches Leben. In ihren Kreisen wurde sie gerne als Amazone bezeichnet und dies lag nicht nur an Mata Hari, die eines Tages wie Lady Godiva vor ihren Salon geritten sein soll. Ursprünglich wollte sie Natalie auf einem Elefanten ihre Aufwartung machen und konnte gerade noch dazu überredet werden, auf einem Pferd zu erscheinen.

Ihren Schwerpunkt legte sie auch nicht auf ihre eigenen Werke, sondern war viel mehr eine Mäzenin der Kunst anderer. Ebenso unterhielt sie Liebesbeziehungen zu Liane de Pougy, Renee Vivien und Dolly Wilde..
Mit ihrer „Académie des Femmes", dem weiblichen Gegenpol zur Männerinstitution der Académie Française, schuf sie für viele junge Schriftstellerinnen und Künstlerinnen ein Forum, in dem sie ihre Werke öffentlich vorstellen konnten. Sie verfolgte das Lebensziel einer auf Kreativität und Liebe beruhenden Frauengemeinschaft, dem sogenannten „sapphischen Ideal“.

In dem Film „Paris was a woman“ aus dem Jahre 1996 wird ihr ein Abschnitt gewidmet. Man sagt, sie sei stets in weiß gekleidet gewesen, dies mag denn ihre vorherrschende „Farbe“ gewesen sein, aber viele ihrer Fotos widerlegen dies. Sie ist darauf oft in dunkleren Gewändern zu sehen.

Ihr offener Hang zu Affären brachten ihr literarische Verewigungen in Gedichten und Romanen ein.
Man sprach öffentlich über ihre Liebeskunst und der auf Satire ausgerichtete „Ladies Almanack“ wagte es sogar, sie wie eine Hohepriesterin inmitten ihrer Damen darzustellen.
Neben all den Affären und Scharmützeln hatte sie 50 Jahre lang eine Beziehung mit Romaine Brooks, welche die vielen Nebenfrauen tapfer erduldete.

Ihre letzte Affäre war 30 Jahre jünger als sie selbst und der Grund für das Ende ihrer Beziehung zu Romaine Brooks. Als sie 1972 mit 95 Jahren verstarb, konnte man sagen, sie blickte auf ein erfülltes Leben zurück und war eine Vorreiterin in ihrer Zeit. Sie lebte polyamorös, lange bevor dieses Wort wieder in unsere heutige Gesellschaft zurückfand.

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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon Stef Jerz » Di 31. Jul 2012, 22:33

Liebe Elisabeth,
fein deine Beschreibung einer so aufregenden Frau.
Ich mag an dieser Sammlung hier, was ich alles neues finde.
Die literarischen Salons...jaaaaa, die haben mich auch als Kind schon fasziniert.

Ich muss dich leider bitten, den Text um gut die Hälfte zu kürzen. 300 Wörter sind das Limit. Sorry, aber es sollen eben kurze Blitzlichter werden.
Denkst du, das bekommst du hin?
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon ElisabethvanLangen » Di 31. Jul 2012, 23:08

Hallo Stefanie,


jDies bekomme ich hin. Hab ich vor lauter Begeisterung gar nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Seufz!

LG

Elisabeth
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon ElisabethvanLangen » Mi 1. Aug 2012, 14:42

Natalie Clifford Barney

Natalie Clifford Barney wurde am 31.10.1876 in Dayton, USA geboren und verstarb am 24.4.1972 in Paris. Im Jahre 1898 kam sie nach Paris und gründete dort in der Rue Jacob ihren literarischen Salon. Bedeutende Frauen ihrer Zeit, wie Gertrude Stein, Mata Hari und Colette, kreuzten ihren Weg. Diese lebte sogar einige Zeit im Hause von Natalie und hatte eine Affäre mit ihr. Wenige Werke Natalies wurden ins Deutsche übersetzt. Darunter „Indiskrete Erinnerungen“ und „Meine Geliebte“. Die meisten ihrer Werke sind in französischer und englischer Sprache erschienen. Ich bewunderte diese Frau und ihren Salon der bis 1968 bestand. So etwas wollte ich auch einmal haben und 2011 setzte ich meinen kleinen Traum davon um. Alle 6 Wochen habe ich nun meinen eigenen kleinen Salon.
Im „Porträt einer Verführerin“ von Jean Chalon lernte ich viel über ihre Lebensart kennen. So war Natalie mit ihren langem Blondhaar und tiefblauen Augen die Verführerin schlechthin. Die Frauenwelt lag ihr zu Füssen und jede Frau musste akzeptieren, nicht die Einzige zu sein. Sie pflegte ganz offen Mehrfachbeziehungen. Ihre Kreise sahen in ihr gern die Amazone.
Mit ihrer „Académie des Femmes", dem weiblichen Gegenpol zur Académie Française, schuf sie für viele Schriftstellerinnen ein Forum, in dem sie ihre Werke vorstellen konnten.
Man sprach öffentlich über ihre Liebeskunst und der auf Satire ausgerichtete „Ladies Almanack“ zeigte sie wie eine Hohepriesterin inmitten ihrer Damen.
50 Jahre lang hatte sie eine Beziehung mit Romaine Brooks, welche die vielen Nebenfrauen tapfer erduldete. Darunter Frauen wie Dolly Wilde und Renee Vivien.
Ihre letzte Affäre war 30 Jahre jünger und Grund für das Ende ihrer Beziehung zu Romaine Brooks. Als sie mit 95 Jahren verstarb, blickte sie auf ein erfülltes Leben zurück. Sie lebte polyamorös, lange bevor dieses Wort wieder in unsere heutige Gesellschaft zurückfand.

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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon Stef Jerz » Mi 1. Aug 2012, 15:27

Genial gekürzt! Herausforderung erstklassig bestanden! :D
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon ElisabethvanLangen » Mi 1. Aug 2012, 16:42

Dankeschön...ich arbeite bereits an der nächsten :)

Einen schönen Abend wünscht euch allen

Elisabeth
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon ElisabethvanLangen » Do 2. Aug 2012, 13:45

Hier nun mein zweiter Beitrag. Nicht nur die Frauen der Pariser Boheme waren für mich Wegweiser :)


Annette Kast-Riedlinger

Annette Kast-Riedlinger geboren 1952 in Stuttgart gehört zu meiner persönlichen Favoritenliste dazu. Ihre Werke „Von nun an bitte ohne mich“ oder „Von wegen Liebe...“ wurden Bestseller.
Besonders fasziniert mich aber ihre Dichtkunst. Der Gedichtband“ Hautnah ist noch zu Fern" begeistert mich innen wie aussen. So ist die Schutzhülle in rosa gehalten, mit einer sehr schönen Illustration darauf. Für mich als Liebhaberin von Gedichten und Malereien ein doppelter Grund zur Freude.
Annette Kast-Riedlinger führt ein sehr bewegtes und spannendes Leben. Neben ihrem Broterwerb als Lehrerin, hat sie sich journalistisch und künstlerisch betätigt. So konnte man sie sowohl im Kabarett als auch als Blues&Jazz Sängerin auf der Bühne erleben.
An ihren Gedichten reizt mich die einfache Form des Sprachwitzes, der tiefgründig und schwarz sein kann, dem aber sehr viel Wahrheit entspringt.
Einen Großteil ihrer Jugendzeit verbrachte sie in Heilbronn um sich nach ihrer Schulzeit in Paris zur Schmuckdesignerin ausbilden zu lassen. Sie besuchte die gleiche Schule wie Paloma Picasso.
Ihre Liebe zur Schriftstellerei brach schon im Kindesalter durch und dies macht sie mir natürlich noch ein Stück weit symphatischer. Bei mir war es ähnlich gelagert. Sie räumt in ihren Werken teilweise auf mit der gesellschaftlichen Heuchelei und hat in einem Interview mal über den Bücherschrank ihres Vaters gesagt „ Vorne stand Arthur Miller doch dahinter Henry....“ Dieser Ausspruch entlockte mir ein Lächeln. Automatisch glitten meine Gedanken dabei zu Anais Nim herüber. Spannend was man doch für Verknüpfungen herstellen kann, wenn man sich einmal intensiver mit manchen Leuten beschäftigt.
Seit 1991 ist sie nun als freischaffende Autorin beschäftigt und nimmt kein Blatt vor den Mund.
Werke wie „Eine Frau im besten Mannesalter“ oder „Rote Vergissmeinnicht“ sind schonungslos offen und nichts für Verklemmte. Alles in allem „Bienchen und Blümchen war gestern, heute gibt es dafür Annette Kast-Riedlinger“, eine meiner Favoritinnen.
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon Stef Jerz » Do 2. Aug 2012, 18:02

Fein! Wieder eins. und kein Wort zuviel :D
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