Kleiner Wettbewerb:

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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon rosemarie » Di 9. Okt 2012, 17:57

Ich weiss, man sieht es nicht auf den ersten Blick, aber ich habe gekürzt!
Sorry, aber mehr geht nicht, ohne dass interessante Informationen über Mansfield oder der Stil verlorengehen :cry:

Lieben Gruß
Rosemarie
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon Stef Jerz » Di 9. Okt 2012, 21:16

Du hast ihn bearbeitet den Text, ja? Ich habe vorher nur per Augenmaß gewertet...jetzt habe ich zählen lassen:
Es sind immer noch 527 und fürs Format zuviel, liebe Rosemarie. Sorry. Ich weiß, es ist eine hundsgemeine Übung.
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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon rosemarie » Do 11. Okt 2012, 15:39

Da ich den Text über Katherine Mansfield nicht noch mehr kürzen möchte, hier 2 weitere Vorschläge.
Zum einen Ingeborg Bachmann und zum anderen Helen Keller.
Zunächst Ingeborg Bachmann:

Der längste Sommer kann beginnen

Ein Sommer Ende der 50er Jahre in Rom. René verabschiedet sich von Ingeborg. Max, Ingeborgs Weggefährte, soll den Freund nach Hause fahren. Italien im Sommer. Der Schriftsteller Max Frisch und der Essayist René Hocke im offenen Cabrio. Max, Frisch und frei ist sehr sportlich unterwegs und bemerkt die Anspannung seines Beifahrers. „Bleiben Sie frisch, lieber Hocke!“ Sprach er und fuhr kurze Zeit später gegen einen ganz besonders kräftigen Pinienstamm. Wahrscheinlich traf es den Stamm-Ältesten. Frisch zuckte, angesichts seines ziemlich demolierten Cabrios, mit den Achseln, brachte Hocke nach Hause und versorgte ihn.

Ein Sommer Mitte der 70er Jahre in Rom. Via Giulia 66. Ingeborg, die wie so häufig in letzter Zeit, etwas zuviel getrunken und etwas zuviel von, ach, was weiß man schon, genommen hatte, raucht eine allerletzte Zigarette. Wie man es in simplen Groschenromanen lesen könnte, verbrennt die Glut dieser Letzten ihr nylones Nachthemd. Und nicht nur dieses. Betäubt und schmerzunempfindlich erlitt Ingeborg Bachmann schwerste Verbrennungen an mehr als der Hälfte ihres Körpers. Ihre Seele schien bereits einige Zeit zuvor den Verbrennungen des Lebens erlegen zu sein.

Ohne Bewußtsein, mit geöffneter Luftröhre und kurze Zeit später in einem Zustand der Verwirrung und des Deliriums, lag sie in einer Klinik. Ihr vorheriger Medikamenten- und Alkoholmißbrauch machte es den Ärzten sehr schwer ihr zu helfen. Niemand wußte, wovon und wieviel Ingeborg eingenommen hatte. Niemand. Auch nicht ihr damaliger Lebensgefährte, der Komponist Hans Werner Henze. Zu dem Zeitpunkt des Geschehens war er offensichtlich nicht nur mit den Gedanken viel zu weit entfernt, als daß er hätte helfen können. Er erfuhr erst sehr spät, zu spät, von diesem Unfall.
„Malina“, Ingeborg Bachmanns letzter Roman, der 1971 veröffentlich wurde. Es war der erste Teil der Trilogie „Todesarten“. Es blieb ein erster Teil und ein letzter Teil.
Aus Malina: „(...) ich muß aufpassen, daß ich mit dem Gesicht nicht auf die Herdplatte falle, mich selber verstümmle, verbrenne, denn Malina müßte sonst die Polizei und die Rettung anrufen, er müßte die Fahrlässigkeit eingestehen, ihm sei da eine Frau halb verbrannt (...)“
Drei Wochen nach dem Unfall starb Ingeborg Bachmann. Geboren, zum Beginn eines Sommers am 25. Juni 1926, gestorben am 17. Oktober 1973.
Bestattet wurde die Schriftstellerin in Klagenfurt, und man könnte meinen, es war der Tag, an dem diese Stadt ihren Namen bekam.

„Der längste Sommer kann beginnen. Es sind alle Straßen leer.“ (aus: Malina)

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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon rosemarie » Do 11. Okt 2012, 15:40

Und hier Helen Keller:

Einen Augenblick für ein wildes Mädchen

Am 27. Juni 1880 erblickte sie das Licht der Welt. Ein wildes Mädchen, sei sie gewesen und wie sich im Laufe ihres Lebens herausstellte, auch ein besonders intelligentes Mädchen mit einem sehr ausgeprägtem Durchsetzungsvermögen.
Der amerikanische Wildfang lernte mehrere Fremdsprachen, darunter Französisch und Deutsch. Mit 23 schrieb sie ihr erstes Buch „Story of my life“. Es folgten unter anderem „The world I life in“ und „Out of the dark“.
Einen ihrer regen Briefwechsel unterhielt sie mit dem österreichischen Pädagogen und Philosophen Wilhelm Jerusalem. Sie hielt Vorträge und setzte sich für die Rechte Unterdrückter ein. Mit ihrem Einsatz für die Rechte der Schwarzen brachte sie ihre gesamte Familie gegen sich auf. Aber so war sie nun mal. Rebellisch und voller Energie. Die starke Schwimmerin machte es sich zur Aufgabe nicht nur im Wasser gegen den Strom zu schwimmen. So trainierte sie ihren Körper mit schwimmen und Tandem fahren und ihren Geist durch das Schach- und Damespiel.
Lassen Sie sich, werte Leser, durch diese Beschreibung von Helen nicht in die Irre führen und glauben lassen, sie sei ein hartherziges und unsanftes Geschöpf gewesen!
„Die besten und schönsten Dinge auf der Welt kann man weder sehen noch hören. Man muß sie mit dem Herzen fühlen“, sagte sie. Zeugen solche Worte von Hartherzigkeit? Ihre Vorträge trugen sie durch einige Länder dieser Welt. So war sie in Frankreich, Jugoslawien, England, Schottland, Japan, Korea, Italien, Griechenland, Mandschurei, Australien, Neuseeland, Indien und Skandinavien.
Doch was bekam sie von dieser Welt zu sehen? Nichts, - und doch so viel mehr als die meisten Sehenden.

Am 27. Juni 1880 erblickte Helen Keller das Licht der Welt. 19 Monate lang hatte sie Augen zu Sehen und Ohren zu Hören. Dann erblindete sie und für den Rest ihres Lebens tat sie beides mit ihrem Herzen und ihrer Seele.

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Re: Kleiner Wettbewerb:

Beitragvon Stef Jerz » Mi 4. Feb 2015, 09:21

Ich rücke diesen Thread hier mal wieder in den Fokus - hätte ich doch so gerne noch weitere Beiträge, damit eine Anthologie mit 20 Beiträgen erscheinen kann.
Es sind hier schon sooo schöne Beiträge versammelt. Ich mache hier und auch bei facebook und auf der Website noch einmal Werbung und hoffe, es wird dann bis zum Sommer etwas Feines draus.
Seid ihr alle noch interessiert???

Es grüßt herzlich,
Stef
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